Erster Lauschangriff im neuen Jahr

Lars RuppelEinen starken Start machte der Poetry Slam „Lauschangriff“ im neuen Jahr! Dank einer starken Liste von lokalen Autoren und der Verstärkung durch Heiner Lange aus München und Lars Ruppel aus Marburg – der ja auch von seiner Boygroup SMAAT her bekannt sein dürfte, konnte man einen klasse Abend verbringen!

Durchwegs hochkarätig , spannend und immer kurzweilig waren alle Beiträge … Toll auch, dass sich die TeilnehmerInnen von den  abc Schülerworkshops nach wie vor für den Slam interessieren. Und auch das mal wieder ganz neue Autoren vorbeigeschaut haben.

ElliErster Block
Den Start machte Elli (siehe Dezember-Slam), die einen wunderbare Replik auf eine Liebesemail geschrieben hatte: „Wenn ich Dich tatsächlich lieben sollte!“ Tja, dann hätte sie zum Beispiel diese Email nicht an alle ihre Freunde als Kettenmail gesendet. Oder auf SchülerVZ die Fotos von ihm in Unterhosen hochgeladen. Sehr lustig! Trauriger dagegen war der zweite Beitrag. Peter Knuhr berichtete von dem Lehrer Krossmann, der erst Treblinka überlebte, dann den Prager Frühling um dann auch im Nachkriegsdeutschland der ’68er nicht ankommen zu drüfen.
Eine weitere Email-Kommunikation hatte der Marburger Lars Ruppel im Gepäck. Er dokumentierte die anscheinend sich zunehmend verschlechternde Beziehung mit seiner WG-Mitbewohnerin Julia. Vom in den Kaffeespucken schaukelte sich die Situation hoch über Drogen im Zimmer des anderen verstecken bis zum Anheuern von Killern. Damit wäre er ein würdiger Antwortschreiber für Elli gewesen! Ihm folgte Michael Stauner, der mit „Regenwassersturm“ abwog, wie schlimm man hier doch leidet an einem Wetterumschwung – während auf der ganzen Welt weit Schlimmeres passiert. Lars Ruppel wurde ins Finale geklatscht.

Zweiter Block
Michael Friedrichs las über Menschenwürde. 214millionemal lässt sich auf Google das Wort „Ich“ finden, 3,2millionenmal „Ich persönlich“, 214tausendmal „Ich persönlich würde“, nur 985mal „Ich persönlich würde ja“ und genau 90mal „Ich persönlich würde ja nie“. Friedrichs stellte die blödesten Sentenzen vor. Klasse! Zum ersten Mal bei einem Poetry Slam war Christian Kähler. Und er legte einen fundamental guten Start hin. Kähler brachte Lyrik mit: „Sternenkind“ (bei dem Zeus bayrisch sprach), „Zu spät“ (bei dem er bei der Zipfel-Verteilung im Himmel vergessen hatte, zweimal „Hier!“ zu rufen) und ein witziges Bakteriengedicht. Heiner Lange (er schrieb einen kurzen Bericht über den Abend in seinem Blog) erinnerte sich an eine Geografie-Stunde der besonderen Art. In dieser entdeckten er und seine Schulkollegen die Städte Petting, Tuntenhausen und auch Geilo in Südnorwegen. Geilo – vermeintlich die „Stadt, wo Muttermilch und Samen fließen“. Als letzte des Abends kam Julia an die Reihe. Sie musste im Schreibworkshop ihrer Schule etwas zum Geburtstag ihres Direktors schreiben. Richtig darüber freuen wird der sich aber nicht: „Mein Direktor trägt hässliche Schuhe.“ Heiner Lange zog ins Finale ein.

Finale
Heiner LangeLars Ruppel und Heiner Lange im Finale! Das ist natürlich ein Showdown der Sonderklasse. Ruppel nahm sich das Duell zum Herzen – und brachte seinen Cowboy-Text. Die jetzt ganz viel Herz zeigen und auch mal in den Wasch-Saloon gehen. „NEIN!“ brüllte ihm Heiner entgegen – mit seinem Text „Ich hör Dir nicht zu!“. Tosender Applaus für beide Autoren! Dennoch entschied sich die Publikumsjury letztendlich doch für Lars Ruppel, der den Büchergutschein von Bücher Pustet entgegennahm. Der neu eingeführte Preis für den besten Augsburger nahm Christian Kähler entgegen – ein Schreibset von boesner Künstlerbedarf.

Der nächste Augsburger Poetry Slam findet am 30.1. statt – als Schmankerl für die Zwischenzeit sollte man den 18.1. notieren – da kommt Sarah Hakenberg mit ihrem Soloprogramm nach Augsburg in die Kresslesmühle.

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